Großsteingrab ‘Im großen Sande’, Herßum, Sprockhoff-Nr. 867

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Hünengräber oder Großsteingräber

Hünengräber sind Denkmale aus der Steinzeit und bezeugten einst Macht im Diesseits und enseits. Die mächtigen, viertausend Jahre alten Steinmonumente finden sich auf den sandigen und kiesigen Moränenablagerungen des Hümmlings und des Emslandes besonders zahlreich. Sie sind hier – anders als im übrigen Deutschland- in vergleichsweise dichter Streuung erhalten geblieben und tragen auch heute noch maßgeblich zum Charakter der Landschaft bei. Ursprünglich muss die Zahl dieser Gräber sehr groß gewesen sein. Genau Angaben darüber sind jedoch nicht mehr möglich, da vor allem im 18. Jahrhundert offenbar zahlreiche Großsteingräber zerstört wurden, um die Steine als Baumaterial zu verwenden. Durch Sprengstoff wurden die Steine zerkleinert und dann abtransportiert.Die erhalten gebliebenen Denkmale sind heute nur noch Ruinen der einstigen Bauwerke. Die Großsteingräber wurden ebenerdig aus riesigen tonnenschweren Findlingsblöcken, die die vorletzte Eiszeit hierher verfrachtet hatte, erbaut. Anschließend wurden sie mit Erde zu großen Erdhügeln angefüllt. Durch Verwehungen dieser Erdhügel, und Verwitterungen in Jahrtausenden, blieb teilweise kein Stein auf dem anderen. Diese Findlinge waren mit ihrer glatt gehobelten Unterseite zum Kammerinneren so verbaut, dass auf jeweils zwei gegenüberstehenden , in den Boden eingetieften Tragsteinen ein mächtiger Deckstein ruhte. Diese
Konstruktion wird „Joch“ genannt. Durch Aneinanderreihung mehrer solcher Joche entstand die für diese Gegend charakteristische überlange Steinkammer. Sie hatte eine ovale Einfassung aus Findlingen, (ein- oder zweireihig), die verhinderte, dass Erde abfloss und es war gleichzeitig eine Einfassung des Kultbereiches. Diese Art von Steingräbern nennt man „Emsländische Kammer“. Sie sind in West – Ost Richtung ausgerichtet.
Der Eingang befindet sich an der südlichen Längsseite. Die Länge des Grabes war variabel, die Breite etwa 2 m – an den Enden eine eintretende Verschmälerung auf 1,5 m, Kammerhöhe ca.1,5 m Die größten Gräber befinden sich in Werlte (ca. 30 m – 14 Decksteine) und in Thuine (ca. 33 m – 17 Decksteine).

Großsteingrab in Herßum
Lage: Ca. 2 km westsüdwestlich der Ortsmitte von Herßum, in der Gemarkung Herßum, Flurbezeichnung „Große Sand“. Es ist eine lange Steinkammer mit Resten einer ursprünglich ovalen Einfassung Die Richtung ist ungefähr Ost – West. Einige Trägersteine stehen zwar noch an ursprünglicher Position, doch ist die Kammer stark zerstört. 5 an der nördlichen und 1 an der südlichen Langseite. Von den 12 vorhandenen Decksteinen findet sich keiner mehr in der ursprünglichen Position („in situ“). Die Rekonstruktion nimmt eine Länge von 12 Decksteinen und eine ovale Einfassung an. Das Großsteingrab hatte damit eine lichte Weite (Kammerlänge) von 20 m: 2m, mit zu den Enden eintretender Verschmälerung auf 1,5 m.

Großsteingrab 'Im grosen Sande'
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